Dr. Frank Ahland, Historiker und Publizist

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Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer und der Autor.

Foto: Thea Struchtemeier.

Neuerscheinung

Ursula Engelen-Kefer stellt Rosenberg-Biografie vor

Bei der Vorstellung der Rosenberg-Biografie beschwor die ehemalige stellvertretende DGB-Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer einen Paradigmenwechsel bei Einkommen, Arbeit und Lebenschancen. Um die zunehmende Spaltung der Gesellschaft zu verhindern, müssten die Macht der global agierenden Konzerne begrenzt und die Ungleichgewichte und Ungerechtigkeiten in der Wirtschafts- und Sozialpolitik abgebaut werden, so Engelen-Kefer im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Den Redetext und weitere Informationen finden Sie hier.

soeben erschienen

Bürger und Gewerkschafter.

Ludwig Rosenberg 1903 bis 1977

Eine Biografie, Veröffentlichungen des Instituts für soziale Bewegungen, Schriftenreihe A: Darstellungen, Bd. 61, Essen: Klartext-Verlag 2016, 514 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-8375-1611-1, 39,95 Euro

Rosenberg-Cover

Ludwig Rosenberg, der in Herkunft und Habitus vielleicht bürgerlichste deutsche Gewerkschafter, gehörte zwanzig Jahre lang, davon sieben als Vorsitzender (1962-1969), dem geschäftsführenden Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes an, den er entscheidend mitprägte: Die zügige Wiedereingliederung der Gewerkschaften in die internationale Gewerkschaftsbewegung, ihr überaus starkes Engagement im Prozess der europäischen Integration und der Entstehung der Europäischen Gemeinschaften und die Neukonzeption der gewerkschaftlichen Programmatik sind ohne sein Wirken nicht denkbar. Es gelang ihm, den im Konzert starker Einzelgewerkschaften schwach aufgestellten Dachverband durch krisenhafte Situationen zu manövrieren und den DGB als einflussreichen gesellschaftlichen Akteur zu verankern. Sein besonderes Augenmerk lag dabei stets auf der Ausgestaltung einer entwickelten pluralistischen Demokratie und des Verhältnisses zu Israel.

Seine Biografie veranschaulicht anschaulich komplexe Vorgänge für eine breite Leserschaft und erweitert den lückenhaften Kenntnisstand über die Gewerkschaftselite im Allgemeinen wie auch die Kenntnis der Gewerkschaftsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ermöglicht einen vertiefenden Blick auf die Binnenstrukturen des Dachverbands der Gewerkschaften in den 1950er und 1960er Jahren, auf das Verhältnis der Vorsitzenden der Einzelgewerkschaften zum geschäftsführenden Bundesvorstand.


Das Projekt wurde gefördert von der

Nach jüngsten Erkenntnissen wurden in den Jahren 1933 bis 1945 rund 600 Männer mit dem Vorwurf, gegen § 175 RStGB verstoßen zu haben, in das Dortmunder Polizeigefängnis Steinwache eingeliefert. Obwohl die Haftbücher der Forschung seit Jahrzehnten zur Verfügung standen, blieb die Tatsache bisher unbeachtet. Die Geschichte der Homosexuellen und der Homosexualität an der Ruhr ist noch immer ungeschrieben. Weder gibt es eine Darstellung für die Gesamtregion, noch liegen Studien auf lokaler Ebene vor. Wobei die Kenntnis dieser Geschichte selbst unter Lesben und Schwulen nur gering ist.

Erstmals trafen sich daher zwölf Wissenschaftler_innen und dem Thema verbundene Personen auf Einladung des Arbeitskreises Schwule Geschichte Dortmunds im SLADO und des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher im November 2015 in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund. Sie berichteten über ihre Forschungsprojekte, über Gespräche mit Zeitzeugen und ihr ehrenamtliches Engagement.

Der zeitliche Bogen reicht von einem feministischen, lesbian-like lebenden Netzwerk um 1900 bis zu den Diskursen über Körper und Männlichkeit in der Zeitschrift Rosa Zone in den 1990er Jahren. Thematisch befassen sich die Beiträge neben solchen Formen der Selbstbehauptung nicht zuletzt mit Ausgrenzung und Verfolgung vom Nationalsozialismus bis hinein in die Bundesrepublik und mit dem Gedenken und dem Erinnern daran. Dabei werden die Pläne zur Neugestaltung der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache erörtert, aber auch die auf männliche Opfer orientierte Gedenkpraxis feministisch hinterfragt.

Der Tagungsband bildet die Vielzahl der Beiträge ab und möchte, ebenso wie die Tagung, Impuls und Initiativgeber für eine verstärkte Hinwendung zu einem der weißen Flecken innerhalb der Forschungslandschaft des Ruhrgebiets sein. Auch wenn sich seit der endgültigen Aufhebung des § 175 im Jahr 1994 vieles zum Positiven verändert hat, ist der Forschungsbedarf mit Bezug zur Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität nach wie vor groß.

Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung

Neuerscheinung

Zwischen

Verfolgung und Selbstbehauptung.

Schwul-lesbische Lebenswelten an Ruhr und Emscher im 20. Jahrhundert

hg. von Frank Ahland, Berlin: Vergangenheitsverlag 2016, 514 Seiten, ISBN: 978-3-86408-212-2

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Demnächst


+++ Donnerstag, 19. Januar 2017, 19.00 Uhr, Schwules Museum* Berlin, Lützowstraße 73, 10785 Berlin: Vortrag und Diskussion zum Buch "Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung" und zur queeren Erinnerungskultur an der Ruhr +++


+++ Freitag, 27. Januar 2017, 19.09 Uhr, Borusseum, Vereinsmuseum von Borussia Dortmund, Strobelallee 50, 44139 Dortmund: Vortrag zur Homosexuellenverfolgung in Dortmund zum Tag gegen das Vergessen +++

© Dr. Frank Ahland, Dortmund.